Geschichte Naturfreundehaus Schrattenblick

 

Wurzeln reichen zurück bis 1914

1905 wurden in Zürich, Luzern, Bern und Davos die ersten Naturfreunde-Ortsgruppen der Schweiz gegründet. Junge Arbeiter und Handwerker schlossen sich zusammen, um unter Führung von erfahrenen Kollegen Touren ins Gebirge zu unternehmen. Schon 1914 wurde die Sektion Langnau im Emmental gegründet. Sie ist damit eine der ältesten im Kanton Bern. Über das Vereinsleben vor 1950 ist nur noch wenig bekannt.

 

Auch in den alten Statuten von 1975 führte der Verein noch die Bezeichnung Schweizerischer Touristen-Verein und führte als Vereinszweck «die sinnvolle Gestaltung von Freizeit und Ferien» über die «Vermittlung von Kenntnissen über Natur und Heimat» sowie die sportliche Betätigung in der Natur an.

 

Die Langnauer Sektion zog es schon in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ins nahe Entlebuch nach Flühli, wo sie einen Treff- und Ausgangspunkt für Wanderungen und Skitouren mietete. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Zeit für die Langnauer Sektion reif, sich an den Bau eines eigenen Naturfreundehauses zu wagen.

 

Transport mit Sechsspänner

Ursprünglich interessierten sich die Langnauer Naturfreunde für einen Bauplatz in Flühli. Den meisten Mitgliedern war aber der Weg dahin zu weit und so griffen sie zu, als ihnen knapp ennet der Kantonsgenze im luzernischen Hilferntal, auf 1150 M. über Meer eine geeignete Parzelle angeboten wurde. Für ihr Vorhaben konnten die Naturfreunde ein ehemaliges Betriebsgebäude in Langnau erwerben. Sorgfältig wurde das Holzhaus in seine Bestandteile zerlegt und mit einem gemieteten Sechsspänner zum Bauplatz gezügelt und dort wieder aufgebaut. Im Sommer legten die Naturfreunde aus Langnau den Weg  zu ihrem Haus meist mit dem Dreigangvelo samt Anhänger für Kinder und Material zurück.


Der «Schrattenblick» wurde zu einem Refugium für Wochenende und Ferien in der Natur: Nicht nur Wanderungen und Skitouren lockten, auch das Beeren und Pilze sammeln an den Hängen der Beichlen war beliebt. Über die Jahrzehnte haben die Pioniere des Hausbaus und ihre Familien das Naturfreundehaus unterhalten und ausgebaut. Nachträglich wurde das ganze Haus unterkellert, um Duschen einzubauen. Den «Schrattenblick»  wählten Schulen und Vereine gerne für ein Lager oder ein gemeinsames Wochenende.

 

Aufgeben oder Neustart?

Die Pioniere des Hausbaus kamen in die Jahre und der Kreis der Aktiven wurde kleiner. Seit den Neunziger Jahren führte die Langnauer Sektion keine eigenen Wanderungen mehr durch und beschränkte ihre Aktivitäten auf das Haus. Die Naturfreunde standen vor der schwierigen Frage: Aufgeben und das Haus verkaufen oder einen Neustart wagen?


Im Februar 2009 wurde nach gründlicher Vorarbeit eine Statuten- und Namensänderung beschlossen: Aus der Naturfreunde-Sektion Langnau i.E. wurde der «Verein Naturfreundehaus Schrattenblick» mit Sitz in Langnau i.E. Der Verein ist unter diesem Namen weiterhin den Naturfreunden Schweiz angeschlossen.

 

Die Vereinsaktivitäten konzentrieren sich auf die Vermietung, den Betrieb und Ausbau des Naturfreundehauses "Schrattenblick".  Der neue Vorstand nahm umgehend ein grösseres Um- und Ausbauprojekt an die Hand und begab sich auf die Suche nach Sponsoren, Gönnern, Helfenden, Bankkrediten und anderem mehr. Den Durchbruch bei den Planungsarbeiten erreichten wir, als uns der Lotteriefonds des Kantons Bern für den Umbau einen fünfstelligen Beitrag zusicherte. Mehr Details zum durchgeführten Um- und Ausbau erfahren Sie auf der Seite «Umbau».

 

Unser Ziel ist und bleibt: Naturliebende jeder Altersstufe und aus Nah und Fern sollen sich im Naturfreundehaus „Schrattenblick“ wohl fühlen und die Schönheiten des Voralpengebietes an der Grenze zwischen Entlebuch und Emmental geniessen können.

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